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UNESCO-Weltbildungsbericht: 273 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule

Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 zeigt globale Bildungsungleichheiten. 273 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Auch Deutschland steht vor Herausforderungen.

HamburgHaber.de

BERLİN – Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 zeigt: Weltweit bleibt Bildungsgerechtigkeit eine zentrale Herausforderung. 273 Millionen Kinder und Jugendliche besuchen keine Schule. Auch in Deutschland bestehen weiterhin deutliche Unterschiede bei den Bildungschancen.

Der Bericht mit dem Titel „Zugang und Chancengerechtigkeit“ wurde am Dienstag in Berlin in deutscher Kurzfassung vorgestellt. Beteiligt waren das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie die Deutsche UNESCO-Kommission.

Fortschritte bei Bildung verlangsamen sich

Nach Angaben der UNESCO hat sich der Fortschritt bei der Verringerung der Zahl der Kinder und Jugendlichen außerhalb des Bildungssystems seit 2015 in allen Regionen verlangsamt.

Gleichzeitig besuchen heute deutlich mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Bildungseinrichtungen als noch vor 25 Jahren.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass langfristige Investitionen, inklusive Bildungspolitik und gezielte Unterstützung benachteiligter Gruppen den Zugang zu Bildung und den Bildungserfolg verbessern können.

Die UNESCO sieht deshalb Chancengerechtigkeit als ein zentrales Leitprinzip der Bildungspolitik.

Deutschland: Rund 62.000 Schulabgänge ohne Abschluss

Auch Deutschland wird im Weltbildungsbericht untersucht. Demnach verließen 2024 rund 62.000 Menschen die Schule ohne Abschluss. Das entspricht fast acht Prozent aller Schülerinnen und Schüler.

Zugleich hängt der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab.

Das Startchancen-Programm von Bund und Ländern soll Bildungsungleichheiten abbauen. Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums profitieren inzwischen mehr als eine Million Schülerinnen und Schüler von dem Programm.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen insgesamt 20 Milliarden Euro in bessere Lernbedingungen investiert werden.

Bildungsziele für 2030 werden verfehlt

Die UNESCO geht davon aus, dass die Welt die Bildungsziele der Vereinten Nationen bis 2030 nicht vollständig erreichen wird.

Das bedeutet nach Einschätzung der Organisation jedoch nicht, dass die globale Bildungsagenda ohne Wirkung geblieben ist. In vielen Ländern wurden Bildungssysteme inklusiver gestaltet und benachteiligte Gruppen gezielter unterstützt.

Besonders betroffen vom fehlenden Zugang zu Bildung sind laut Bericht unter anderem Mädchen und junge Frauen, Kinder mit Behinderungen sowie Kinder in Konflikt- und Krisengebieten.

UNESCO fordert langfristige Maßnahmen

Der Bericht warnt vor einfachen Erklärungen für langfristige Fortschritte. Nachhaltige Verbesserungen entstünden in der Regel nicht durch einzelne Reformen, sondern durch langfristige und an die jeweiligen Bedingungen angepasste Maßnahmen.

Auch die Messung von Bildungsfortschritten müsse verbessert werden. Nationale Ziele, realistische Vergleichsmaßstäbe und eine genauere Betrachtung von Ungleichheiten könnten aussagekräftiger sein als globale Durchschnittswerte.

Staatsministerin Serap Güler betonte, Bildung sei ein Menschenrecht und eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Zukunftsperspektiven.

Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer, forderte zugleich weitere Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit – auch im deutschen Bildungssystem.

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