In der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen haben die Beschäftigten das Angebot der Arbeitgeber mehrheitlich abgelehnt. Ver.di startet nun eine Mitgliederbefragung unter Maßgabe einer Urabstimmung, die bis zum 1. Oktober 2026 läuft.
HamburgHaber.de
HAMBURG – In der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen beginnt damit die nächste Phase. An der von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) durchgeführten Rückkopplungsrunde beteiligten sich mehr als 5.500 Beschäftigte.
Bei der am Montag, 14. September 2026, beendeten Befragung stimmten 64,7 Prozent für eine Ablehnung des von den Arbeitgebern in der vierten Verhandlungsrunde vorgelegten Angebots. 3.578 Beschäftigte votierten gegen das Angebot, 1.945 dafür.
Was sieht das Arbeitgeberangebot vor?
Das Angebot des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat eine Laufzeit von zwölf Monaten und betrifft rund 11.000 Beschäftigte in den Seehäfen Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven.
Vorgesehen sind:
- 3,4 Prozent höhere Stundenlöhne rückwirkend ab dem 1. August 2026,
- eine Erhöhung des Urlaubsgeldes um 200 Euro für alle Beschäftigten,
- sowie ab dem 1. Januar 2027 eine um 416 Euro höhere Jahrespauschale für Beschäftigte in den umsatzstarken Containerbetrieben, den sogenannten A-Betrieben.
Die ver.di-Verhandlungsführerinnen Sylvi Krisch und Francisca Bier erklärten, mit der angebotenen Laufzeit von zwölf Monaten kämen die Arbeitgeber dem Wunsch der Beschäftigten nach einer kürzeren Laufzeit entgegen. Eine soziale Komponente, die insbesondere die unteren Lohngruppen stärker berücksichtige, fehle jedoch.
Nach Angaben von ver.di hatten die Arbeitgeber mehrfach erklärt, das finanzielle Volumen des Angebots sei ausgeschöpft.
Mitgliederbefragung läuft bis 1. Oktober
Ver.di leitet nun eine Mitgliederbefragung unter Maßgabe einer Urabstimmung ein. Sie läuft bis zum Abend des 1. Oktober 2026.
Sprechen sich mindestens 75 Prozent der aufgerufenen Mitglieder für eine Ablehnung des Angebots und die Einleitung unbefristeter Streiks aus, wird die ver.di-Bundestarifkommission über das Scheitern der Verhandlungen und die Einleitung unbefristeter Streiks beraten und entscheiden.
Bleibt die Zustimmung zur Ablehnung und zur Einleitung unbefristeter Streiks unter der Marke von 75 Prozent, wird die Bundestarifkommission über das weitere Vorgehen beraten und entscheiden. Dazu gehört auch die Möglichkeit, das Arbeitgeberangebot anzunehmen.
Krisch betonte, dass ver.di bei einem Scheitern der Verhandlungen nicht automatisch auf dem aktuellen Verhandlungsstand aufbauen werde. Im Zweifel würden die Gespräche „von vorn und ergebnisoffen“ begonnen.
Quelle: ver.di – Bundesverwaltung/Pressestelle

