Nach den tödlichen Schüssen in Hamburg-St. Pauli laufen die Ermittlungen weiter. Zwei Männer wurden getötet, ein weiterer Mann verletzt. Die Staatsanwaltschaft sieht Hinweise auf eine mögliche Auseinandersetzung im sogenannten Milieu. In deutschen und türkischen Medien werden zudem mögliche internationale Verbindungen thematisiert.
HamburgHaber.de
HAMBURG – Nach den tödlichen Schüssen auf einem Gewerbehof an der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli am 1. September dauern die Ermittlungen an. Zwei Männer im Alter von 47 und 33 Jahren kamen ums Leben. Ein 48-jähriger Mann wurde verletzt.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass es Anhaltspunkte für eine mögliche Auseinandersetzung im sogenannten Milieu gebe. Die Mordkommission und Ermittler aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität sind mit dem Fall befasst.
Gruppe von mehreren Männern am Tatort
Nach Informationen des NDR soll eine Gruppe von etwa acht bis zehn Männern auf das Gelände gekommen sein. Einige von ihnen sollen maskiert gewesen sein und Waffen getragen haben.
Der 47-Jährige wurde nach den bisherigen Erkenntnissen durch einen Schuss in den Bauchbereich tödlich verletzt. Der 33-Jährige wurde anschließend in einem Gebäude mit einer tödlichen Schussverletzung am Kopf gefunden.
Über den genauen Ablauf der Tat und die Rolle der einzelnen Beteiligten ermitteln die Behörden weiter.
Namen der Opfer in Medienberichten genannt
In deutschen Medien wurden die beiden Getöteten als Murat B. (47) und Mazlum Uğur A. (33) bezeichnet.
Über die Hintergründe der beiden Männer berichten inzwischen mehrere Medien. Dabei werden unter anderem mögliche Verbindungen zur Organisierten Kriminalität und zum sogenannten Milieu thematisiert. Das Hamburger Abendblatt berichtete ebenfalls über mögliche Verbindungen der Opfer in die organisierte Kriminalität.
Türkische Medien nannten die beiden Männer unterdessen mit den Namen Murat Büyükkeskin und Mazlum Uğur Aktaş.
Berichte über Verbindungen ins Ausland
Neben den Informationen aus den Ermittlungen sind in den vergangenen Tagen weitere Berichte über mögliche internationale Verbindungen erschienen.
In deutschen Medienberichten werden unter anderem mögliche Verbindungen in die Niederlande und nach Griechenland erwähnt. Auch mögliche Verbindungen zu türkischen beziehungsweise international agierenden kriminellen Strukturen werden in verschiedenen Berichten thematisiert.
Damit rückt neben dem unmittelbaren Tatgeschehen auch die Frage in den Mittelpunkt, ob die tödlichen Schüsse Teil eines größeren Konflikts im Bereich der Organisierten Kriminalität gewesen sein könnten.
Bereits im Juni Explosion auf demselben Gelände
Das Gelände an der Lagerstraße war bereits Ende Juni Schauplatz eines schweren Vorfalls.
Am 26. Juni war eine Handgranate über eine Mauer auf das Betriebsgelände geworfen worden. Die Explosion beschädigte ein Gebäude und mehrere Fahrzeuge. Menschen wurden dabei nicht verletzt.
Ob zwischen diesem Vorfall und den tödlichen Schüssen vom 1. September ein Zusammenhang besteht, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Ermittlungen dauern an
Wer die tödlichen Schüsse abgegeben hat, wie viele Personen tatsächlich beteiligt waren und welches Motiv hinter der Tat steht, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Die bisherigen Erkenntnisse und die Berichte verschiedener Medien zeichnen ein Bild eines möglichen Konflikts im Umfeld der Organisierten Kriminalität. Welche Rolle mögliche Verbindungen nach Deutschland und ins Ausland dabei tatsächlich spielen, soll die weitere Untersuchung klären.

